Sehenswertes

Wir wollen Ihnen Hinweise auf Filme, Dokumentationen, Berichte – kurz: Sehenswertes – geben, die sich dem Thema Demenz widmen. 

 „Die Musik meines Lebens – Alive Inside“ (2014)

https://www.youtube.com/watch?v=AA3AOO4Q37o

Im Text zur Veröffentlichung der Dokumentation steht: „Der Film dokumentiert zutiefst anrührende Momente, die belegen, wie tief die heilende Wirkung der Musik reicht. Der Filmemacher begleitet zahlreiche Familien, Pflegekräfte und Sozialarbeiter und ordnet mit Hilfe von Experten, dem Neurologen Oliver Sacks und dem Musiker Bobby McFerrin das Gezeigte in einen wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Kontext ein. „Die Musik meines Lebens“ ist eine ebenso emotionale wie heitere Reise ins Innere der Musik, deren Kraft die Menschen berührt – selbst wenn ihre Persönlichkeit von Krankheit überdeckt zu sein scheint.“

Bereits während des Anschauens des Films kam mir eine Passage aus dem Buch „Kraft aus der Stille: Vom Wachsen des Bewusstseins“ (2003) von Joachim-Ernst Behrendt in den Sinn: “… Je wacher du lauschst, desto bewusster lauschst du dich an einen Punkt, an dem Hören und Fühlen ineinander übergehen. In der Evolution haben sich Hören und Fühlen, Ohr und Haut aus dem gleichen Zellappen entwickelt (während Sehen einen anderen evolutiven Weg gegangen ist) – und diese Entwicklung wiederholt sich bei jedem menschlichen Wesen im Mutterleib. Jeder Mensch erfährt also Hören als vertiefte Ausprägung von Fühlen…“.

Wir sind ganzheitliche Wesen, doch als moderne Menschen vertrauen wir zu oft ausschließlich der Macht der Bilder und der Worte. Das Engagement von Dan Cohen macht Mut, mehr über das Thema Spiritualität auch im Umgang von Menschen mit Demenz nachzudenken. Musik und Spiritualität sind unmittelbar miteinander verbunden, der Film zeigt es.

Sabine Osmayer

 

„Abschied auf Raten: Ein Leben mit Demenz“ (2015)

https://www.youtube.com/watch?v=e3qF6Kax_Bk

Diese Dokumentation der Deutschen Welle (DW) aus der Serie „Reporter vor Ort“ zeigt eine Familiensituation. Im Begleittext steht: „44 Millionen Menschen sind weltweit an Demenz erkrankt. Für die Betroffenen gibt es noch keine Hoffnung, geheilt zu werden. Die Angehörigen müssen die schwere Entscheidung treffen, ob sie den Patienten zuhause pflegen.“

Sie zeigt den Alltag, spricht viele der Fragen an, denen sich pflegende Angehörige – hier die Ehefrau – täglich stellen müssen. Angehörige in ähnlichen Situationen dürften sich angesprochen und verstanden fühlen, wenn sie hören, wie Martina Klein mit der Situation umgeht.

Der Bericht zeigt gleichzeitig, wie wichtig ist, dass pflegende Angehörige auch an sich denken, um in dieser Aufgabe sich nicht selbst und die eigene Gesundheit zu verlieren.

Sabine Osmayer

 

„Das große Vergessen. Demenz bei jungen Menschen“ (2017)

https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-das-grosse-vergessen-100.html

„Erfolgreich, jung, beliebt. Und plötzlich verhaltensauffällig, unzuverlässig, apathisch? Die Familie ist ratlos. Bis sich herausstellt, dass Florian mit 37 Jahren an Demenz erkrankt ist.“ – steht im Untertext zur Dokumentation.

In Deutschland leben ca. 24.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenzerkrankung. Neben der früh beginnenden Alzheimererkrankung spielt die Frontotemporale Demenz (FTD) eine große Rolle.

Die Dokumentation macht deutlich, dass die Erkrankten und ihre Angehörigen mit ganz anderen Problemen konfrontiert werden können, als hochaltrige Menschen mit Demenz.

  • Der Weg zur Diagnose ist länger und leidvoller, wenn zunächst andere psychiatrische oder neurologische Erkrankungen diagnostiziert werden.
  • Der Erkrankte steht zunächst noch im Berufsleben. Er selbst und seine Familie sind auf seinen Beitrag zum Familieneinkommen angewiesen.
  • Der Lebenspartner oder die Partnerin sind meist selbst berufstätig und kommen daher als rund um die Uhr verfügbare Pflegeperson nicht infrage.
  • Gibt es Kinder in der Familie, so übernehmen diese frühzeitig Pflegeaufgaben.
  • Falls ein gemeinsames Wohnen nicht mehr möglich ist, sind geeignete Einrichtungen nur schwer zu finden.
  • Menschen mit Frontotemporaler Demenz verändern ihr Sozialverhalten. Typisch sind eine gestörte Impulskontrolle und frühzeitiger Verlust des Sprachvermögens.

Die Dokumentation spricht die Fragen des Alltags an, aber gleichzeitig verweist sie auch auf die Bedeutung einer fundierten Diagnostik am Beginn einer Demenz.

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. hat im Rahmen des Europäischen Programms RHAPSODY einen Online-Ratgeber für Angehörige von Menschen mit früh beginnender Demenz entwickelt. https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/demenz-im-juengeren-lebensalter/ratgeber-junge-demenz.html

Informationen über die Frontotemporale Demenz finden Sie als Angehörige auch unter https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/frontotemporale-demenz.html.

Besonders hinweisen möchten wir auf die Möglichkeit für Angehörige von Menschen mit FTD über ein geschütztes Forum mit anderen Angehörigen in Kontakt zu treten.  https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/frontotemporale-demenz/ftd-erfahrungsaustausch.html

Eva Helms